unten ist oben

Auf meinem Schreibtisch steht eine kleine Sanduhr aus Plastik. Ich drehe sie um und beobachte, wie der weiße Sand aus dem oberen Glas durch den schmalen Hals läuft. Erst langsam, dann schneller, bis das untere Glas gefüllt ist.

Ich sehe das obere Glas. Manchmal kommt mir mein Leben genau so vor. Da vergeht etwas, läuft etwas ab. Zeit und Leben verrinnen manchmal wie Sand zwischen den Fingern: Ein Fest, der Urlaub, das letzte Jahr. Und dann all das, was ich gerne hätte tun wollen und doch nicht gemacht habe.

Ich sehe das untere Glas. Es füllt sich. „Als die Zeit erfüllt war“: Diese Formulierung findet sich öfter in der Bibel. Nach diesem Verständnis plätschert die Zeit nicht einfach so dahin. Auch läuft sie nicht ab. Die Zeit füllt sich auf ein Ziel hin. Das ist eine Herausforderung, die Fülle des Lebens zu hinterfragen: Gibt es Dinge, die zwar meine Zeit füllen, aber sich dennoch leer anfühlen? 

Sie und ich können dazu beitragen, die Zeit im neuen Jahr eine erfüllte Zeit sein zu lassen. Achtsam sein,  womit  wir unser Leben füllen bei allem, was wir nicht ändern können. Erfüllt mit Menschen, Dingen und Momenten, die uns wichtig sind und die wir brauchen. Erfüllt mit Platz für Hoffnung und Glaube.

Was könnte für Sie ein Ziel sein, auf das hin sich das Leben füllen darf?

 

Darüber gute Gedanken wünscht Ihnen Ihr Pastor Steffen Paar aus Sülfeld