Türen

Türen.

Türen trennen Räume. Räume davor von denen dahinter.

Türen trennen Menschen. Solche, die wartend von denen, die erwartet werden.

 

Türen.

Manchmal ohne großes Nachdenken durchschritten. Beim Bäcker mit dem Geruch frischer Brötchen in der Nase. Im Haus mit dem Blick auf den nächsten Termin. 

 

Türen.

Manchmal gefürchtet. Wie jene auf dem kahlen, von Neonlicht grell durchfluteten Gang im Krankenhaus, durch die der Arzt kommen wird und vielleicht stumm den Kopf schüttelt. 

Manchmal herbei gesehnt.  Wie jene Zugtüre, durch die gleich der Sohn nach langem Auslandsstudium auf den Bahnsteig kommen wird und man sich wortlos voller Freude in den Armen liegen werden.

 

Türen. 

Jeder kehre vor seiner eigenen Türe. 

Geht eine Türe zu, dann öffnet sich eine andere.

 

Türen.

Sichtbar. Groß. Unscheinbar. Quietschend. Geölt. Haustüre. Wagentüre. Bustür. Kirchentür. Drehtür. Wohnwagentür. Falltür – wobei die bemerkt man ja erst, wenn es schon zu spät ist.

 

Türen.

Unsichtbar als Türen im Leben mit vielen Namen. Geburt. Hochzeit. Liebe. Berufsbeginn. Umzug. Outing. Vergebung. Ruhestand. Tod.

Türen, es gibt sie auch in der Bibel. 

 

Türen

Solche der Freude und solche der Angst. 

Mit dem Davor und dem Dahinter. Sichtbar und unsichtbar.

 

Jesus sagt: Ich bin die Tür, wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden.

 

Jesus ist Türe. 

Verortet im Alltag die Sehnsucht. 

Öffnet Räume hin zu Gott. 

Macht neugierig auf das Mehr des Lebens.

 

Wo sind wir als Kirche? 

Verstopfen diese Türe mit Strukturen und falschem Aktionismus? 

Überkleben sie mit Moral? 

Stehen davor und weisen darauf hin? 

Helfen beim Suchen? 

Machen Lust aufs Dahinterschauen? Gar Mut zum Betreten? 

 

Christus lässt Johannes in seiner Offenbarung schreiben:  Siehe, ich habe euch eine Tür geöffnet, die niemand zuschließen kann.

 

In Sülfeld. In Nieder-Moos. Weltweit. Unsere Verheißung. Unsere Gabe. Unsere Aufgabe. Amen.