Ich packe meine Koffer...

Dieses Spiel war Trauma meiner Kindheit. Jemand beginnt mit diesem Satz und fügt dazu, was er in seinen Koffer packt. Der Reihe nach geht es nun weiter. Jeder muss dabei alle Dinge wiederholen, die davor genannt wurden, bevor er seinen eigenen Gegenstand nennen kann. Oft hatte ich das Pech, ganz am Ende dran zu sein.  Ich musste mich mühsam erinnern, während andere lachten.

Und überhaupt, wer packt schon so einen Koffer? Handschuhe, Hund, Fernseher, Dinosaurier, Unmengen an Naschkram, Auto, Bett, Träume...

Da müssten unsere Fluglinien aber zackig ihre Beförderungsrichtlinien ändern.

Ich überlege: Wenn es einen unsichtbaren Koffer gäbe, der mit zu deinem Leben gehört und dich begleitet und du würdest den aufmachen: Was wäre da drin?

Oben auf vielleicht der gestrige lustige Filmabend oder ein Kuss? Weiter unten dann die Liebe der Oma und ihre gütige Art zu lachen? Da liegen sie vor Dir: Die Enttäuschung über einen Freund und der Stress im Beruf. Vielleicht in einer Ecke dann unter vielen anderen Dingen dein Traum, auszuwandern oder die Sehnsucht nach Liebe?

Manchmal ist ein Koffer auch zu voll. Zuviel oder das falsche wird herumgeschleppt. Manchen Leuten sieht man diese unsichtbare Last an. 

Mit meinem Koffer aber möchte ich durch mein Leben tanzen können! 

Als Christ ist darum für mich das Beten wichtig geworden. Nicht alleine mit mir fertig werden müssen. Mit Gott meinen inneren Koffer anschauen: Aha! Oh! Ach du je! Aus dem Schauen Dank und Klage fließen lassen. Und dann im Gebet laut vor mich sortieren. Die falschen Erwartungen fliegen raus. Meine falschen Masken auch. Meine Unsicherheit kann bleiben, denn sie schützt mich. Die Fragen an Gott bleiben auf jeden Fall.

So lerne ich immer mehr, mit gutem Gepäck unterwegs zu sein und nicht alles vollzupacken. Ich will immer genügend Platz haben für das Leben, den nächsten Schritt und Gott.

 

Frohes Kofferpacken wünscht

 

Pastor Steffen Paar aus Sülfeld