Nach was riechst Du?

Mit unserer Nase sehen wir ohne Augen.

Manches riecht man gegen Wind, weil es offensichtlich ist.

Oder man riecht den Braten und erkennt die wahre Absicht eines anderes

Manche hören auf das Bauchgefühl, andere gehen der Nase nach.

Wer gut ist, hat seine Nase vorne oder ist eine Nasenlänge voraus.

Und wer abhaut, verduftet.

 

Wenn etwas ungerecht ist, stinkt diese Sache zum Himmel. 

Und dann kann man auch schon mal die Nase gestrichen voll haben oder zumindest rümpfen.

Wer seine Nase immer oben trägt, kann leicht hochnäsig rüberkommen.

Aber Vorsicht, er könnte auch schnell auf die Nase fallen.

Wer andere hereinlegt, bindet ihnen etwas auf die Nase oder führt sie an der Nase herum.

Doch er sollte sich an die eigene Nase fassen und überlegen, ob das gut ist.

Wer im Schweiße seines Angesichts arbeitet, kann sich schon mal eine goldene Nase verdienen.

Doch wer in fremden Dingen herumschnüffelt, seine Nase in Dinge steckt, die ihn nichts angehen, ist anrüchig. Und der andere könnte dann schnell stinkig werden.

Und in der Liebe beschnuppert man sich zu Beginn vorsichtig, ob es mit beiden funktioniert, ob sie sich gut riechen können.

 

Seifen riechen.

Welchen Duft fandest Du gut?

 

Menschen riechen.

Nach Knoblauch, wenn es beim Griechen wieder herrlich geschmeckt hat.

Nach Schweiß, wenn es brütend heiß war und das Wasser läuft.

Nach Zitrone-Rosmarin – hast Du die Körpercreme bei DM gekauft?

Nach Öl – warum sollte man den Ölwechsel nicht selber machen?

 

Unsere Welt riecht.

Nach Freiheit dort, wo sich Menschen gegen Unterdrückung wehren.

Nach Liebe, wo Herzen bis zum Halse schlagen.

Nach Wundern, wo ein Kind geboren wird.

Nach Heimat, wo Fremde willkommen geheißen werden.

Nach Kindheit, wo es wieder nach Apfelkuchen riecht, so wie ihn Oma immer gebacken hat.

 

Unsere Welt stinkt aber auch.

Nach Unmenschlichkeit, wo einer vom anderen gemobbt wird.

Nach unermesslichem Leid, wo die Flüchtlinge im Meer ertrinken.

Nach blankem Egoismus, wenn Menschen nur den eigenen Vorteil suchen.

Diesen Gestank kann man nicht einfach wegwaschen. Und nur mal ein bisschen mit was anderem drübergehen? Nein, da braucht es einen anderen Duft, der diesen Gestank vertreibt und reinigt.

Paulus, der den Glauben an Gott, verbreitet hat, schreibt Christen in Korinth folgendes: Ihr seid wie ein wohlriechender Duft, der von Jesus ausgeht, der Duft des Lebens, der zum Leben führt.

 

Du und ich ein Duft, der zum Leben führt.

Ein Duft riecht nicht nur für sich selber, er verströmt sich, er zeigt sich. 

Deine Worte, Gesten, Gedanken haben Macht. Du hast Macht. Viel zu schade, um es nur für sich zu behalten oder zu verstecken. 

Getauft zu sein erinnert Dich und mich an unsere Sendung. Als Jesus getauft wird, sagt Gott zu ihm: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen. Gottes Ja stärkt das Ja, das Du und ich zu unserem Leben finden dürfen. Sich selber gut riechen können. Bereit sein, die eigenen Gaben, Träume und Fragen zu leben.

Ein Duft, der von Jesus ausgeht, den wir weitertragen. Jemand anderem vergeben. Ein gutes Wort sprechen. Barmherzig sein. Frieden stiften. Sich klein machen, damit jemand anderer groß wird. Gott einen Platz im eigenen Leben geben. Im Gebet sich verändern lassen. Bereit und Offen.

 

Welche Duftspur davon willst Du setzen?

Ihr als Eltern und Paten übernehmt Verantwortung für Eure Kinder und Patenkinder. Ihr werdet Euch zeigen, mit dem, was Euch stark macht und Eurem Glauben, mit Eurem Zweifel und Eurer Sicht der Dinge. Ihr legt eine Spur, dem sie dann folgen können, die sie stark macht, ihren eigenem Duft des Lebens zu finden. Unverwechselbar. Einzigartig. Schön.

 

Es stinkt noch an so vielen Stellen auf dieser Welt. Und auch bei uns selber. 

Nicht alles können wir ändern. Doch anfangen. Die Nase in Dinge stecken, die mies sind. Sich nicht an der Nase herumführen und einreden lassen, dass man eh nichts machen kann. 

Es wäre gut, wir würden riechen und duften. Auch gerne nach Knoblauch und Motoröl, nach 4711 und Rosen. Aber noch mehr nach Liebe, nach Menschen, die mit sich selber im Reinen sind und solchen, die Visionen haben. Duft von Träumen und offenen Armen, Weite und einem Leben im Einklang mit Gott, der Schöpfung und sich.

 

Amen.